#03 LUTTAI Wirtschaftsmodell

Das im Folgenden skizzierte Wirtschaftsmodell ist provisorisch. Es sind erste Gedanken, wie ein “intelligentes” Wirtschaftsmodell (im Sinne der LUTTAI-Intelligenzdefinition) nach meinen Vorstellungen aussehen könnte. Ich hoffe aber, dass ich bei der Ausarbeitung eines intelligenten Wirtschaftsmodells zusätzliche Unterstützung erhalte, vielleicht von dir?

Falls du eine der folgenden sieben Regeln nicht sinnvoll findest, oder du eine zusätzliche Regel dazuschreiben möchtest, dann lass es mich bitte wissen. Falls du mich überzeugen kannst, werde ich deinen Änderungsvorschlag aufnehmen und auch ausweisen, wer mir geholfen hat, falls du dies möchtest. Ich hoffe, dass wir gemeinsam ein intelligentes Wirtschaftsmodell entwickeln können, welches fair gegenüber allen Mitarbeitenden, fair gegenüber der Menschheit und fair gegenüber der Natur bzw. allen empfindsamen Wesen ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt 😉 

Folgende Grundsätze dienen mir als Leitschnur: 

Die LUTTAI-Intelligenzdefinition dient bei allen Geschäftshandlungen als ethische Leitlinie. Die Förderung des Wohls im Unternehmen, für alle Mitmenschen und für die Natur und damit verbunden das Vermeiden von möglichst vielem Leid ist oberstes Ziel. 

Die ausbezahlten Löhne für alle Mitarbeitenden sollten ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, gleichzeitig aber nach oben gedeckelt sein. 

Unternehmen die Gewinne erwirtschaften, verschenken einen beträchtlichen Teil ihres Gewinnes an Firmengründungen, welche nach demselben Wirtschaftsmodell wirtschaften möchten und ausweisen können, dass sie möglichst im Sinne der LUTTAI-Intelligenzdefinition zu handeln versuchen. 

Die Finanzen (Löhne, Einnahmen, Ausgaben, Spesen), die Geschäftspartner*innen und Lieferketten sind öffentlich auszuweisen, um eine möglichst hohe Transparenz zu gewährleisten.

LUTTAI Wirtschaftsmodell:

Stand 30.08.2020:

  1. Das Unternehmen versucht im Sinne der LUTTAI-Intelligenzdefinition zu wirtschaften. 
  1. Die Einnahmen des Unternehmens werden zu Beginn wie folgt verwendet: Zurückzahlen von externen Schulden (z.B. Krediten). Danach zurückzahlen von privat eingebrachtem Vermögen von Unternehmensgründern. Sind alle Schulden abbezahlt, wird das Einkommen gleichmässig (nach Stellenprozenten) auf alle Mitarbeitenden aufgeteilt, bis jede*r Mitarbeiter*in den Landesmedianlohn erhält. Dies entspricht im LUTTAI-Wirtschaftsmodell dem Mindestlohn bei Unternehmen die Gewinne erzielen. 
  1. Die darüber hinaus anfallenden Gewinne werden zuerst genutzt um in der Startphase des Unternehmens nicht bezahlte Arbeitsstunden zum Mindestlohntarif (Landesmedianlohn) an Mitarbeiter*innen zu begleichen. Am Aufbau eines Unternehmens betätigte Mitarbeiter*innen, welche aus idealistischen Gründen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, sollen damit ihre geleistete Arbeit zurückvergütet erhalten, sobald das Unternehmen gewinnbringend wirtschaften kann. 
  1. Sind alle Schulden abbezahlt und die geleisteten Arbeitsstunden seit der Firmengründung vergütet, und kann jeder*jedem Mitarbeiter*in der Landesmedianlohn ausbezahlt werden, wird der darüber hinaus anfallende Gewinn durch zwei geteilt. 50% dieses Geldes wird nach Abzug von Unternehmenssteuern als Startkapital für Firmengründungen gespendet, welche ebenfalls nach dem LUTTAI-Wirtschaftsmodell wirtschaften möchten. Die restlichen 50% des Gewinnes werden verwendet für Investitionen in die Firma, Rückstellungen und/oder als Bonuszahlungen an die Mitarbeitenden. Dabei beträgt der Maximallohn eines jeden Mitarbeitenden inkl. Firmenleitung das Vierfache des Landesmedianlohns.  
  1. Unternehmen, welche Startkapital in dieser Form geschenkt erhalten, verpflichten sich nach dem LUTTAI-Wirtschaftsmodell zu wirtschaften. Wenn sie aus diesem Wirtschaftsmodell aussteigen möchten sind sie verpflichtet mindestens das erhaltenen Startkapitals an ihre Geber*in zurück zu zahlen, welche das Geld an ein oder mehrere andere Unternehmen vergeben wird.  
  1. Das Unternehmen ist verpflichtet folgende Angaben öffentlich zugänglich zu machen: Geschäftspartner/Lieferketten, alle Einnahmen und Ausgaben inkl. Löhne, Spesenabrechnungen. 
  1. Der Unternehmensbesitz bleibt in Unternehmensbesitz, sollte die Unternehmensleitung abtreten. Die neue Unternehmensleitung wird durch die abtretende Leitung bestimmt oder falls von dieser gewünscht, oder bei vorzeitigem Ableben, demokratisch durch die Mitarbeitenden gewählt. Es soll sich dadurch kein privater Reichtum durch Vererbung anhäufen. 

Okey, dies sind meine ersten Vorstellungen, wie ein sinnvolles bzw. intelligentes Wirtschaftsmodell aussehen könnte. Falls dir etwas auffällt, was du nicht sinnvoll findest, dann lass es mich bitte wissen, damit wir es überdenken können. Vielen Dank bereits jetzt dafür. Bis dahin werde ich nun einmal loslegen und versuchen dieses Modell in die Tat umzusetzen. Bisher habe ich aber noch nie ein gewinnbringendes Unternehmen aufgebaut und ob es mit LUTTAI.com gelingen wird, naja träumen darf man ja. Ich vermute etwas, dass ich nicht der beste Unternehmer bin. Aber vielleicht liest ja jemand anderes mit mehr unternehmerischem Talent dieses Modell und findet gewisse Ansätze sinnvoll und schafft es dann auch noch dies in die Tat umzusetzen. Ich würde mich riesig freuen. Denn das aktuelle, meiner Meinung nach meist verbreitetste Wirtschaftsmodell, welches nach maximaler Gewinnoptimierung und maximalem Reichtum strebt, muss in meinen Augen verändert werden. Zu wenige Menschen profitieren von diesem Modell und zu viele leiden darunter. Hinzu kommt das daraus resultierende, unermessliche Leid unzähliger empfindsamer Wesen und die fortschreitende Zerstörung ihrer und unserer Lebensgrundlage, der Natur.

Lasst es uns besser machen.  

Let us try to act intelligently

#02 Intelligenz auf die es ankommt

Der Versuch einer sinnvolleren Intelligenzdefinition. 

In einer wahrhaft intelligenten Welt würde es sich selbst, allen Mitmenschen und der gesamten Natur bzw. allen empfindsamen Wesen gut gehen. Wahre Intelligenz setzt sich deshalb dieses Ziel und versucht durch zweckdienliches Handeln, diesen Zustand, diese Idealvorstellung zu erreichen.  Wahre Intelligenz findet sich deshalb in Handlungen, welche das eigene Wohl, das Wohl aller Mitmenschen und das Wohl aller empfindsamen Lebewesen vermehren. 

So lautet meine Definition von wahrer Intelligenz und ich möchte dir in diesem Beitrag erklären, weshalb ich diese Definition sinnvoll finde, zumindest sinnvoller als jene Intelligenzdefinitionen, welche ich bis jetzt vernommen habe. 

Ich meine nicht, dass ich persönlich die Bezeichnung ‚intelligent‘ verdient habe. Generell glaube ich nicht, dass wir überhaupt einen Menschen finden werden, welcher als ‚vollkommen intelligent‘ bezeichnet werden kann, denn in jeder einzelnen Handlung welche ein Mensch ausführt, sollte meines Erachtens wieder von neuem abgewogen werden, ob diese Handlung gerade intelligent war, also ob sie gut gegenüber sich selbst, gut gegenüber seinen Mitmenschen und gut gegenüber anderen empfindsamen Wesen war, und ich kann mir niemanden vorstellen, der in der Lage ist immer intelligent zu handeln. Oft gibt es zum Beispiel Interessenskonflikte oder unbekannt Rückkoppelungen auf unsere Handlungen, aber ich glaube, dass wir eine gerechtere Welt hätten, mit zufriedeneren Menschen, wenn mehr Personen ‚Intelligenz‘ im Sinne dieser Definition sehen würden und dieser Begriff auch in den Schulen in diesem Verständnis vermittelt werden würde, was meines Erachtens eher weniger der Fall ist. 

Ich vermute nämlich, dass zurzeit die meisten Menschen ein*e Mathematikprofessoror*in als intelligenter einstufen würden, als z.B. ein*e Fabrikarbeiter*in, oder eine*n Schachspieler*in intelligenter als eine*n Fussballspieler*in, oder eine*n Anwalt*in intelligenter als eine*n Landwirt*in u.v.m. 

Vielleicht trifft diese Sichtweise auch auf dich zu? Oder wie definierst du ‚Intelligenz‘? Wann darf sich ein Mensch in deinen Augen ‚intelligent‘ nennen? 

Ich finde dies eine sehr wichtige Frage, denn wenn man keine sinnvolle Definition von ‚Intelligenz‘ hat, dann hat man wahrscheinlich auch keine sinnvolle Definition von ‚Dummheit‘ und ich glaube es ist sehr zentral für unser aller Leben, wen oder was wir als ‚intelligent‘ bzw. ‚dumm‘ bezeichnen. 

Sehr weit verbreitet sind in dieser verbreiteten Intelligenzvorstellung sogenannte Intelligenztests, um ‚Die Intelligenz‘ eines Menschen sichtbar zu machen bzw. zu quantifizieren und vielleicht hast du dich auch schon einmal gefragt, wie hoch dein Intelligenzquotient ist?  

Was vermutest du, eher 80, 100 oder 120? 

Oder anders gefragt; bist du unterdurchschnittlich, durchschnittlich oder überdurchschnittlich intelligent? 

Möchtest du es überhaupt wissen? Oder hast du auch etwas Angst vor diesem Test?  

Was würde es für dich bedeuten, wenn 80 herauskäme? 

Ich denke nicht, dass es einen einzigen Menschen auf dieser Welt gibt, der sich selbst nicht gerne als intelligent bezeichnen würde. Ich glaube aber, dass es sehr viele Menschen auf dieser Welt gibt, die das Gefühl haben, dass sie nicht zu den intelligenten Menschen zählen, dass es da andere gibt, die auserwählt wurden. Zum Beispiel jene, die in Mathematik Glanzleistungen vollbringen, oder jene, die Studiert haben, oder jene die sich mit einem Dr. vor ihrem Namen schmücken dürfen usw. 

Diese Vorstellung ist nach meinem Empfinden zutiefst traurig und dann auch noch komplett unsinnig. 

Ich bin der Überzeugung, dass das Verständnis von Intelligenz, welches wir nach meinem Empfinden in weiten Teilen meines Kulturkreises verwenden, nämlich als Sammelbegriff einer spezifischen Gruppe von kognitiven Leistungsmerkmalen, mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Eine solche Sichtweise führt dazu, dass Tests entwickelt werden, welche eine sehr beschränkte Auswahl an menschlichen Fähigkeiten messen und welche dann den getesteten Menschen eine Zahl zuordnen mit der Ansicht, dass diese Zahl ausdrücken soll, wie intelligent sie sind. Diese Sichtweise führt zu einer Mehrklassengesellschaft und damit zu einer Einteilung in wertvollere und weniger wertvolle Menschen. Ein solcher Test unter dieser Bezeichnung (Intelligenz) ist meines Erachtens unnötig, denn er wertet Menschen ab, die in einem solchen Test schlechter abschneiden als andere und ihnen dann das ganze restliche Leben lang das Gefühl geben, dass sie weniger wert wären als jemand, der mehr Punkte erreicht hat.  

Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen Eignungstests oder Noten, sie können uns dabei behilflich sein zu erkennen, wo man zurzeit die eigenen Stärken bzw. Interessen besitzt oder ob man für eine bestimmte Tätigkeit geeignet ist, sollte man nicht von Natur aus feststellen, was einem besonders gut liegt und wozu man sich berufen fühlt. Es ist aber meiner Ansicht nach falsch die Noten oder Fähigkeiten gegeneinander auszuspielen oder das Resultat eines einzelnen Tests als Intelligenz zu bezeichnen.  

Weshalb sollte denn z.B. die Mathematiknote wichtiger sein als die Werkunterrichtsnote?  Eine Ansicht, die meiner Vermutung nach weit verbreitet ist. 

Wenn du Bauingenieur werden möchtest ist es sicher von Vorteil, wenn du gerne mit Zahlen jonglierst, wenn du hingegen etwas Handwerkliches lieber machst, dann solltest du dir besser nicht bei jedem Hammerschlag auf den Finger schlagen, sonst wirst du wohl nicht viel Freude an deiner Aufgabe finden. Wir brauchen aber Bauingenieure, die dafür sorgen, dass die Hauskonstruktion auf solidem Fundament steht und Handwerker, welche diese Theorie dann auch noch in die Realität umsetzen. Hier abzuwägen was wichtiger bzw. intelligenter ist, macht meines Erachtens überhaupt keinen Sinn.  

Ich zum Beispiel hatte ich keine Mühe im Sportunterricht, aber wenn ich singen sollte, dann reicht es nach meinem Musikgeschmack gerade so knapp für unter der Dusche. Was wäre aber unsere Welt ohne Musik? Ein unendlich trostloser Ort, findest du nicht auch? Ich glaube den Wert von Musik werden wir nie in irgendeiner Zahl ausdrücken können und so sollten wir es auch lassen den Wert eines Menschen in irgendeiner Zahl auszudrücken. Sind wir doch froh, dass wir Musik haben und dass wir Menschen haben, die uns mit ihren individuellen Fähigkeiten unterstützen und ergänzen. 

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass der IQ der beste Faktor sei um den Schulerfolg und damit oft auch verbunden den sozialen Aufstieg bzw. das soziale Prestige vorher zu sagen. Oft wird in diesem Zusammenhang sogar von ‚Erfolg‘ gesprochen. Es kann ja durchaus so sein dass ein*er Professor*in andere Eigenschaften bzw. Stärken benötigt als ein*er Landwirt*in, aber weshalb schreiben meines Erachtens die meisten Menschen einem/einer Professor*in einen höheren sozialen Status zu als einer/einem Landwirt*in? Immerhin würde der/die Professor*in verhungern wenn er/sie den/die Landwirt*in nicht hätte, umgekehrt könnte der/die Landwirt*in ohne Probleme überleben. Selbstverständlich würde wohl ein*e Landwirt*in keiner/m Professor*in seine/ihre Existenzberechtigung absprechen, denn vielleicht wird er/sie wichtige Entdeckungen machen, welche die Anbaumethoden oder ähnliches vorantreiben werden, aber wichtiger ist der/die Professor*in ganz bestimmt nicht.  Ich denke wir sollten beide leben lassen, denn wir können beide gut gebrauchen. 

Die geläufige Intelligenzvorstellung und der vermeintliche soziale Status hängen meines Erachtens sehr stark zusammen und ich denke wir sollten etwas daran ändern, denn sinnvoll finde ich den Status quo nicht. 

Die Frage nach dem intelligentesten Menschen ist genauso unangebracht, wie die Frage, wer der beste Sportler der Welt ist. Es ist schlicht unmöglich dies jemals sinnvoll zu messen. Je nachdem in welcher Sportart wir den Test stattfinden lassen, wird jemand anderes obenaus schwingen. Hinzu kommt, dass wir täglich neue Sportarten erfinden könnten, genau gleich, wie wir menschliche Fähigkeiten, welche immer mit einer kognitiven Leistung verbunden sind, nie vollständig aufschreiben können. Stell dir zum Beispiel vor, wir würden uns darauf einigen, dass wir den besten Sportler der Welt küren, indem wir alle Sportler Sumo-Ringen lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass wir in der Rangliste einige Seiten zurückblättern müssten, bis beispielsweise der Name Roger Federer auftauchen würde. Macht somit ein solches Verfahren für dich Sinn? Wohl eher nicht.

Und wenn es nicht einmal im Sportbereich Sinn macht, weshalb sollte es dann mit einem für unser Selbstwertgefühl so wichtigen Begriff wie der ‚Intelligenz‘ anders sein. Dieser Begriff ist nach meinem Empfinden zu zentral für unser gesellschaftliches Zusammenleben und das Selbstwertgefühl eines jeden Menschen, als dass wir ihn nur mit einer bestimmten Auswahl an kognitiven Leistungensmerkmalen verwenden dürfen, was nach meiner Vermutung viele von uns machen.  

Heute dienen mir Noten nur noch als Orientierungshilfe und ich habe zurzeit eine völlig andere Definition von Intelligenz, als was ein IQ-Test jemals messen könnte. 

Wahre Intelligenz findet sich meiner Ansicht nach in Handlungen, welche das eigene Wohl, das Wohl aller Mitmenschen und das Wohl aller empfindsamen Lebewesen verbessern. 

Diese Form von Intelligenz zu erreichen ist wahrscheinlich nicht allzu leicht, bzw. in jeder einzelnen Handlung muss ich mich immer wieder von neuem an dieser Leitlinie testen. Natürlich werde ich in jeder Situation nur mit meinen beschränkten Mitteln diese Frage abwägen können, aber ich denke, dass wenn wir alle dieses Ziel hätten, dann wäre das doch schon mal ein Anfang, bzw. einen Versuch wert.  

Natürlich muss ich mich fragen was ‚gut‘ bedeutet. Diese Frage nach ‚gut‘ bzw. ‚schlecht‘ ist aus meiner Sicht oft nicht einfach zu beantworten und ich denke, auf diese Frage muss jeder Mensch für sich selbst in jeder Situation von neuem eine Antwort finden. Ich glaube auch nicht, dass wir diese Frage jemals abschliessend klären können. Diese Definition ist damit niemals abgeschlossen, sondern muss immer wieder aufs Neue gefunden werden in der Hoffnung möglichst sich selbst, seinen Mitmenschen und der Natur mehr ‚Wohl als Wehe‘ zuzufügen. 

Mir persönlich gefällt z.B. im Bereich ‚sich selbst‘ das Wort Selbstachtung. Im Bereich ‚Mitmenschen‘ finde ich die Goldene Regel sehr nützlich und wenn man sich nicht sicher sind, ob sein Gegenüber auch wirklich so behandelt werden möchte, wie man selbst behandelt werden möchte, dann kann man ja einfach nachfragen und im Bereich ‚andere empfindsame Wesen‘ gefällt mir das Wort Tierrechte.

Ob man dann lieber mit Zahlen jongliert, Texte schreibt, Menschen betreut, Strassen baut, Fahrzeuge lenkt, Lieder singt, Schüler unterrichtet, Geld verwaltet, das Staatsgeschäft an vorderster Front mitgestaltet, neue Apps entwickelt, den Haushalt schmeisst, das Essen zubereitet, dieses vielleicht sogar selber anpflanzt oder sonst etwas machen möchte und deshalb dafür bestimmt sind, das ist sehr individuell und sollte die selbe gesellschaftliche Anerkennung erhalten. Und genau deshalb sind wir Menschen als Gemeinschaft so stark, weil jeder von uns einzigartig ist und wir jeden gebrauchen können, der etwas für die Gemeinschaft tut.  

Ich bin der Überzeugung, dass wir nicht einzelne Fähigkeiten als Intelligenz bezeichnen dürfen und andere aussen vor lassen. Eine solche Sichtweise wird immer zu Verlieren führen. Ich möchte aber, dass jeder von uns ein Gewinner sein kann und uns jede ‚intelligente Handlung‘ eines jeden einzelnen von uns als Gemeinschaft dann auch noch stärker macht. Dieses Ziel kann ich meines Erachtens durch die hier vorgetragene Definition eher erreichen, eine andere Definition wird voraussichtlich dazu führen, dass es intelligentere und weniger intelligente Menschen geben wird, je nachdem, welche Fähigkeiten gerade dazu auserkoren werden, als Stellvertreter für Intelligenz zu stehen, was meiner Meinung nach aber subjektiv ist. In etwa so, als würden wir alle Sportler nur im Sumo-Ringen messen.

Einige Intelligenztests werden im übertragenen Sinne vielleicht sogar den Durchschnitt aus Sumo-Ringen, Fussballspielen und Speerwurf berechnen, aber denkst du ein solcher Test gibt dann eine sinnvolle Antwort auf die Frage, wer der beste Sportler ist? Ich denke nicht. Die einzige Antwort, die ein solcher Test liefert ist jene, wer in diesen drei Sportarten im Durchschnitt betrachtet am besten ist, aber der beste Sportler ist er deshalb nicht. Genauso wenig wie die Person mit dem höchsten Durchschnittswert aus IQ (Intelligenzquotient), EQ (Emotionaler Intelligenzquotient), SQ (Sozialer Intelligenzquotient), CQ (Kreativer Intelligenzquotient) usw.  die intelligenteste Person ist.  

Wir können von mir aus Meisterschaften in jeder einzelnen Disziplin ausführen, aber mit wahrer Intelligenz hat das meines Erachtens nichts zu tun. 

Ich weiss, dass ich alleine keine Chance hätte zu Überleben. Jeden Tag benötige ich die Hilfe von unzähligen Menschen, ohne deren Mithilfe ich völlig aufgeschmissen wäre. Unsere Welt ist so komplex geworden, dass ich nicht einmal mehr weiss, wer mir gerade geholfen hat. Ich habe z.B. keine Ahnung wie mein Computer hier funktioniert, wer ihn konstruiert hat und wer ihn dann zusammengebaut hat. Aber hätte das niemand für mich gemacht, könnte ich diesen Text jetzt nicht auf Computer schreiben und du würdest ihn wahrscheinlich nie lesen. Ich hätte auch nichts zu essen, wenn nicht jemand für mich Nahrungsmittel anpflanzen würde, oder vor meinem Wohnungseingang würden sich meine Abfallsäcke stapeln, wenn sie nicht jemand für mich eingesammelt hätte. 

Wir brauchen jeden, der etwas für die Gemeinschaft tut. 

In meinen Augen ist jeder Mensch exakt gleich viel wert und einzigartig zugleich. Jeder von uns hat Stärken und Schwächen und wir können jede Stärke für die Gemeinschaft gebrauchen und respektieren jede Schwäche, solange sie nicht zum Nachteil eines anderen Menschen oder der Natur führt. 

Wenn ich also die gängige und die hier vorgeschlagene Definition von Intelligenz gegenüberstelle und mich frage, wie die praktischen Konsequenzen in der Realität dieser Theorien aussehen könnten, dann käme in etwa folgendes heraus: 

Die gängige Definition von Intelligenz führt in meinen Augen dazu, dass es intelligentere und weniger intelligente Menschen gibt, je nachdem wie ausgeprägt bestimmte kognitive Fähigkeiten in einem Test abschneiden, welcher davon ausgeht, dass gewisse kognitive Fähigkeiten ‚Intelligenz‘ sein sollen. Dieses Testergebnis bleibt aber auf den einzelnen Mensch beschränkt und hat keine positiven Auswirkungen auf die Gemeinschaft, vielmehr führt es zu einer Mehrklassengesellschaft, etwa nach dem Motto: 

Pech gehabt, wenn du dumm bist! 

Meine Definition von Intelligenz würde dazu führen, dass eine Person dann als intelligent bezeichnet würde, wenn sie sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse achtet. Wenn sie gleichzeitig jeden Mitmenschen (und nicht nur diejenigen ihres Landes, ihrer Religionsgemeinschaft etc.) so behandelt, wie auch sie behandelt werden möchte und nötigenfalls auch nachfragt ob es ok ist, wie sie ihr Gegenüber gerade behandelt und wenn sie dann auch noch darauf achtet, dass unsere Kinder unser aller Zuhause, die Erde, so wundervoll antreffen werden, wie wir sie zum Teil auch heute noch antreffen dürfen. 

Stell dir nun zwei Gesellschaften vor, welche nach der jeweiligen Intelligenzdefinition aus ausschliesslich intelligenten Personen bestehen. 

Bei der ersten Gesellschaft hätten wir dann nach meiner Vorstellung eine Gesellschaft, die nach unserem Schulsystem aus Berufsgruppen bestehen würde, welche einen akademischen Abschluss benötigen. Diese wären dann nach ein paar Monaten ausgestorben, da sie keine Zeit hatten, wahrscheinlich auch nicht die Lust und vielleicht auch nicht die Fähigkeiten; Nahrung anzupflanzen, Kleider zu nähen, ein Haus zu bauen und vieles mehr. 

Wenn wir nach meiner Intelligenzdefinition eine Gesellschaft aus nur intelligenten Personen hätten, dann hätten wir eine Gesellschaft, in welcher jeder darauf achtet, dass es sich selbst, seinen Mitmenschen und der Natur gut geht und dazu seine individuellen und einzigartigen Stärken einsetzt, ohne von seinen Mitmenschen in wichtiger und unwichtiger gebrandmarkt zu werden.  

Ich denke wir können alle Berufsgattungen gebrauchen, die etwas für die Gemeinschaft bewirken möchten, auch jene mit einem akademischen Abschluss, aber genau gleich, wie wir alle anderen Berufe gebrauchen können. Jeder sollte in meinen Augen seinen Beitrag zur Gemeinschaft leisten können, ohne von der Gesellschaft in unwichtiger oder wichtiger gebrandmarkt zu werden., was meiner Meinung nach aktuell der Fall ist. 

Sind wir doch froh, dass es Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen bzw. kognitiven Stärken gibt. Wir können hervorragende Mathematiker*innen gebrauchen, genau gleich wie wir hervorragende Fussballspieler/innen, Hausfrauen,-Männer, Krankenpfleger/innen, Psychiater, Unternehmer/innen, Verkäufer/innen, Bäcker/innen, Förster/innen, Coiffeure/euse, Chauffeure/innen, Polizisten/innen, Ärzte/innen, uvm. gebrauchen können. Und jede dieser Berufsgruppen, die uns das Leben erleichtern und versüssen, sollte in meinen Augen die Chance haben intelligent zu sein, ohne von Menschen, die Macht haben Intelligenztests zu erfinden dazu genötigt zu werden, diese eingeschränkte Sichtweise zu glauben und dann im Glauben zu leben, dass man selbst nicht intelligent ist, da man in Mathe, Physik und Chemie keine Glanzleistungen vollbrachte in der Schule, oder keine Klasse überspringen durfte oder kein Dr. vor dem Namen trägt, oder kein festgelegtes Muster in einer vorgelegten Zahlenreihe erkannt hat, usw. 

Weshalb sollte es wichtig sein, dass jeder Mensch irgendein Muster in einer Zahlenreihe erkennen kann?  

Reicht es nicht, wenn Person 1 etwas darin erkennt, Person 2 dagegen fühlt, wenn es ihrem Gegenüber gerade nicht so gut geht und er etwas Unterstützung gebrauchen könnte, oder wenn Person 3 erkennt, dass es nicht sinnvoll ist den Abfall in den Wald zu schmeissen? 

Weshalb sollte es sinnvoll sein, dass sich Person 1 als ‚intelligent‘ bezeichnen darf, wo hingegen Person 2 einfach als ‚emphatischer Mensch‘ bezeichnet wird und Person 3 als ein Mensch mit ‚Hang zum Naturschutz‘?  

Ist es wirklich sinnvoll, dass der Intelligenzbegriff für Zahlenreihen gepachtet wird?  

Ich finde nicht. 

Intelligenz sollte uns allen zugutekommen! 

Ich werde mir Mühe geben meine zukünftigen Handlungen so gut es geht nach dieser Intelligenzdefinition zu gestalten und es würde mich freuen, wenn du das gleiche versuchst. Es käme wahrscheinlich nicht nur dir zugute, sondern auch mir, der Menschengemeinschaft und dem gesamten Planeten.  

Lasst uns versuchen intelligent zu handeln! 

let us try to act intelligently 

luttai 

#01 Wahre Intelligenz

In einer wahrhaft intelligenten Welt würde es dir selbst, allen Mitmenschen und der Natur gut gehen. 

Das Ziel von wahrer Intelligenz ist deshalb, dass es sich selbst, allen Mitmenschen und allen empfindsamen Wesen gut geht. 

Wahre Intelligenz findet sich demzufolge in Handlungen, welche das eigene Wohl, das Wohl aller Mitmenschen und das Wohl der Natur bzw. aller empfindsamen Wesen vergrössern. 

Wahre Intelligenz hat hingegen nichts damit zu tun wer besser rechnen, besser sozial interagieren, sich besser sprachlich ausdrücken u.v.m. kann.  

Dummheit zeigt sich in Handlungen, welche schlecht gegenüber seinen Mitmenschen, schlecht gegenüber der Natur und eingeschränkt auch schlecht gegenüber sich selbst sind.  

Es gibt aber nicht grundsätzlich intelligente bzw. dumme Menschen, viel mehr gibt es Menschen, die es schaffen öfters intelligent zu handeln. Dumm ist aber nicht der einzelne Mensch, sondern immer nur die einzelne Handlung. Somit kann jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt immer wieder neu versuchen intelligent zu handeln.  

Was aber bedeutet es gut gegenüber sich selbst, gut gegenüber seinen Mitmenschen und gut gegenüber der Natur zu handeln? 

Wie finden wir heraus, welche Handlungen das Wohl aller empfindsamen Wesen verbessern und keine bzw. wenige negative Nebeneffekte haben? 

Diese Frage zu beantworten ist nicht einfach, aber ich denke ein Versuch lohnt sich. 

LUTTAI möchte dieser Frage nachgehen und Projekte, Menschen, Ideen und vor allem Handlungen finden, welche im Sinne dieser Intelligenzdefinition handeln, um das Leid auf dieser Welt zu lindern und an einer wahrhaft intelligenten Welt arbeiten. 

In diesem Sinne:  

Last uns versuchen intelligent zu handeln. 

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