{"id":573,"date":"2024-07-08T08:09:21","date_gmt":"2024-07-08T08:09:21","guid":{"rendered":"https:\/\/luttai.com\/?p=573"},"modified":"2024-07-08T08:21:03","modified_gmt":"2024-07-08T08:21:03","slug":"22-entwicklung-eines-humanistischen-wirtschaftsmodells","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/luttai.com\/de\/22-entwicklung-eines-humanistischen-wirtschaftsmodells\/","title":{"rendered":"#22 Entwicklung eines humanistischen Wirtschaftsmodells"},"content":{"rendered":"\n<p>Diesen Beitrag habe ich 2022 f\u00fcr einen Wettbewerb der Non-Profit-Organisation &#171;Open Philantrophy&#187; (<a href=\"https:\/\/forum.effectivealtruism.org\/posts\/7Sqe9mDJwwARC3Nua\/cause-exploration-prizes-effective-altruistic-economic-model\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/forum.effectivealtruism.org\/posts\/7Sqe9mDJwwARC3Nua\/cause-exploration-prizes-effective-altruistic-economic-model\">Link zum Beitrag<\/a>) geschrieben. Gewonnen habe ich damit allerdings nichts. Da ich die Idee aber nach wie vor sinnvoll finde, teile ich sie nun auch noch hier in meinem Blog. Die Hoffnung stirbt zuletzt \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Open Prompt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aufbau eines Netzwerkes von Unternehmen, welche nach einem effektiv altruistischen Wirtschaftsmodell (EAEM) wirtschaften, kombiniert mit der finanziellen F\u00f6rderung sinnvoller Gesch\u00e4ftsideen von Menschen in Armut lebend, zur Reduktion von Armut und ungleicher Einkommens- und Verm\u00f6gensverteilung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Ziele der hier vorgebrachten Idee:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1.1 Die Entwicklung und Promotion eines effektiv altruistischen Wirtschaftsmodells (EAEM) soll bereits erfolgreich wirtschaftende Unternehmen dazu veranlassen, ihr Wirtschaftsmodell zu evaluieren und durch eine Variante des im folgenden angedachten EAEM zu ersetzen. Dies mit dem Ziel ein Netzwerk von effektiv altruistisch wirtschaftenden Unternehmen aufzubauen, welche bereit sind einen Teil ihres wirtschaftlichen Erfolgs als Startkapital an sinnvolle Gesch\u00e4ftsideen zu verschenken, welche bereit sind ebenfalls nach dem EAEM zu wirtschaften. Dies in der Hoffnung, dass das Netzwerk bzw. die globale EAEM-Familie dadurch w\u00e4chst und immer mehr Menschen von diesem Netzwerk aufgefangen werden bzw. einen Arbeitsplatz darin finden.<\/p>\n\n\n\n<p>1.2 Der im Folgenden beschriebene Wettbewerb soll Menschen in Armut lebend dazu motivieren, dem Wohl empfindsamer Lebewesen dienende Gesch\u00e4ftsideen zu entwickeln und diese \u00f6ffentlich zu teilen. Dies in der Hoffnung, dass ihre Idee F\u00f6rderer findet, welche ihnen das n\u00f6tige Startkapital spenden unter der Bedingung, dass sie bereit sind nach dem EAEM zu wirtschaften. Dies w\u00fcrde bei einem finanziellen Erfolg dazu f\u00fchren, dass auch das neue EAEM-Unternehmen F\u00f6rdergelder als Startkapital f\u00fcr andere Gesch\u00e4ftsideen zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Das Problem bzw. deren Wichtigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.1 Armut<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Reduktion von Armut ist das erste Ziel der UN sustaineble development goals, welche 2015 in der Agenda 2030 beschlossen wurde. Dies aus gutem Grund. Einerseits weil sehr viele Menschen davon betroffen sind, und andererseits, weil Armut sehr viele und gravierende negative Konsequenzen f\u00fcr die Betroffenen beinhaltet. Die Anzahl von in extremer Armut (&lt; 1.90 dollar\/day) lebenden Menschen konnte laut Angaben der UN von 36% im Jahr 1990 (1900 Millionen Personen) auf 10% (739 Millionen Menschen) im Jahr 2015 reduziert werden. Durch die COVID-Pandemie wird nun aber erwartet, dass erstmals seit 1998 die Anzahl an in extremer Armut lebenden Menschen wieder ansteigen wird. Mehr als 700 Millionen Menschen, das sind fast 10 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung, m\u00fcssen also auch heute immer noch in extremer Armut leben und haben M\u00fche, die grundlegendsten Bed\u00fcrfnisse wie Gesundheit, Bildung und Zugang zu Wasser und sanit\u00e4ren Einrichtungen zu erf\u00fcllen, um nur einige zu nennen (<a href=\"https:\/\/www.un.org\/sustainabledevelopment\/poverty\/\">1<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.2 Ungleichverteilung von Lohn und Verm\u00f6gen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das zehnte Ziel der UN sutaineble development goals stellt einen universellen Aufruf zur &#171;Verringerung der Ungleichheit innerhalb und zwischen den L\u00e4ndern&#187; dar, wobei das Ziel 10.1 auf die &#171;Verringerung der Einkommensungleichheiten&#187; ausgerichtet ist. Die Einkommensungleichheit, das heist, das Ausma\u00df, in dem die Wirtschaftsleistung ungleich auf die Bev\u00f6lkerung verteilt ist, hat seit der Jahrhundertwende in fast allen Regionen der Welt zugenommen. In der wissenschaftlichen Literatur wird Einkommensungleichheit seit langem als sozio\u00f6konomisches Problem betrachtet, das mit einer Vielzahl von negativen Folgen verbunden ist. Die zunehmende Einkommensungleichheit wird als sch\u00e4dlich f\u00fcr das Wirtschaftswachstum und die nachhaltige Entwicklung angesehen. So kann eine ungleiche Einkommensverteilung beispielsweise zu h\u00f6heren Kriminalit\u00e4tsraten f\u00fchren und sogar zu terroristischen Handlungen motivieren. Es wurde auch festgestellt, dass eine gr\u00f6ssere Einkommensungleichheit in engem Zusammenhang mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustands, einem eingeschr\u00e4nkten Zugang zu Bildung, fortgesetzter sozialer Diskriminierung, wachsender Unzufriedenheit in der Arbeiterklasse und der Entstehung von Antiglobalisierungsstimmung steht (<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11366-021-09772-1\">2<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Entwicklung eines effektiv altruistisches Wirtschaftsmodell<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wettkampf erachte ich in der Regel als etwas Sinnvolles. Sowohl im Sport als auch in den meisten anderen Bereichen erscheint es mir sinnvoll, sich gegeneinander zu messen und nach Verbesserung zu streben. Nicht prim\u00e4r um besser als seine Gegner zu sein, sondern um sich selbst weiterzubringen und gemeinsam Verbesserungen in diversen Bereichen zu erzielen. In wohl jedem Wettbewerb sollte es aber ein paar Regeln geben, welche f\u00fcr einen fairen Wettbewerb sorgen und die Regeln, welche aktuell global im \u201eNeoliberalen Wirtschaftsmodell\u201c herrschen, erscheinen mir oft nicht sinnvoll gesetzt zu sein, wenn wir das Ziel haben das Wohl m\u00f6glichst vieler Menschen und anderer empfindsamer Wesen zu f\u00f6rdern. Das zentrale Ziel, welches wir meiner Ansicht nach durch unser Handeln verfolgen sollten. Aktuell erscheint mir eher wirtschaftlicher Gewinn und maximaler Reichtum das angestrebte Ziel vieler Unternehmen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch J.E.Stiglitz stellt sich 2019 die Frage \u00abWhat kind of economic system is most conducive to human wellbeing? \u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Und kommt zu folgendem Zwischenfazit:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAfter neoliberalism &#8211; For the past 40 years, the United States and other advanced economies have been pursuing a freemarket agenda of low taxes, deregulation, and cuts to social programs. There can no longer be any doubt that this approach has failed spectacularly; the only question is what will \u2013 and should \u2013 come next.\u201d (<a href=\"https:\/\/www.economics.utoronto.ca\/gindart\/2019-05-30%20-%20After%20neoliberalism.pdf\">3<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Einige dieser Missst\u00e4nde zeigt zum Beispiel der Global Wage Report 2020-21 auf, welcher festh\u00e4lt, dass 266 Millionen Lohnempf\u00e4nger weniger als den Mindestlohn erhalten. Besonders davon betroffen sind Frauen, junge Arbeitnehmer, Arbeitnehmer mit geringerer Bildung, Arbeitnehmer in l\u00e4ndlichen Gebieten und Arbeitnehmer mit unterhaltsberechtigten Kindern. Ebenfalls h\u00e4lt der Report fest, dass Mindestl\u00f6hne nicht immer auf einem angemessenen Niveau sind und nicht regelm\u00e4ssig angepasst werden (<a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/---dgreports\/---dcomm\/---publ\/documents\/publication\/wcms_762534.pdf\">4<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Oder eine Studie der WHO und der ILO h\u00e4lt 2021 fest, dass im Jahr 2016 ca. 488 Millionen Menschen bzw. 8.9% der Weltbev\u00f6lkerung langen Wochenarbeitszeiten (\u226555 Stunden\/Woche) ausgesetzt waren. Dies f\u00fchrte zu gesch\u00e4tzten 745&#8217;000 Todesf\u00e4llen und 23 Millionen behinderungsangepassten Lebensjahren durch isch\u00e4mische Herzkrankheiten und Schlaganf\u00e4llen (<a href=\"https:\/\/reader.elsevier.com\/reader\/sd\/pii\/S0160412021002208?token=453772D9C8420C78AE01E6368EF080F5C9369A9417358E9EB3FF755DE1DDBA164B12DB2B2310921F2745342BBCCCD52E&amp;originRegion=eu-west-1&amp;originCreation=20220723071320\">5<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einkommensungleichheit hat in den letzten Jahrzehnten laut dem 2018 erschienenen Bericht zur weltweiten Ungleichheit in fast allen Weltregionen zugenommen. Die Autoren sind der \u00dcberzeugung, dass die wachsende Ungleichheit zu verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Katastrophen f\u00fchren kann (<a href=\"https:\/\/wir2018.wid.world\/files\/download\/wir2018-summary-german.pdf\">6<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Missst\u00e4nde sollten wir meiner Meinung nach angehen, indem wir ein sinnvolleres und trotzdem wettbewerbsf\u00e4higeres Modell entwerfen, welches sich meiner Vermutung nach, durch seine Sinnhaftigkeit dann hoffentlich auch durchsetzen wird, bzw. weniger regulierte, auf maximalen Reichtum ausgelegte Modelle verdr\u00e4ngen wird. Wie also k\u00f6nnte ein solches Modell aussehen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.1 Model 1 f\u00fcr ein effektiv altruistisches Wirtschaftsmodell<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein relativ einfach umsetzbares EAEM f\u00fcr Unternehmen existiert bereits teilweise mit dem \u201cCompanies pledge\u201d (<a href=\"https:\/\/www.givingwhatwecan.org\/blog\/companies-pledge-10-percent-of-profits-to-effective-charities\">7<\/a>). Darin verpflichtet sich ein Unternehmen mindestens 10% seiner Gewinne f\u00fcr Wohlt\u00e4tige Zwecke zu spenden. Gut m\u00f6glich, dass es noch andere, \u00e4hnliche Initiativen gibt. Ihnen gemeinsam ist die Strategie mit einem festgelegten Prozentsatz der Gewinne die effektivsten Hilfsorganisationen zu unterst\u00fctzen. Ein in meinen Augen hervorragendes Model und ich danke allen Unternehmer*innen, welche daran teilnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der hier vorgeschlagen Ansatz weicht insofern davon ab, dass er die Gewinne nicht (nur) an die effektivsten Hilfsorganisationen spenden w\u00fcrde, sondern (zumindest einen Teil davon) an die vielversprechendsten Gesch\u00e4ftsideen von Menschen in Armut lebend, welche nach demselben Wirtschaftsmodell wirtschaften m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir es schaffen sinnvolle, sich selbst tragende Unternehmen aufzubauen, dann schaffen wir dadurch Arbeitspl\u00e4tze und erm\u00f6glichen den darin arbeitenden Menschen auf eigenen Beinen zu stehen. Durch die steigende Anzahl an involvierten Unternehmen w\u00fcrde auch die zu verteilenden Gewinne stetig zunehmen und dadurch die erreichte Anzahl an Menschen wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das erste EAEM verlangt also von einem Unternehmen einen bestimmten Prozentsatz seiner Gewinne als Startkapital f\u00fcr sinnvolle Gesch\u00e4ftsideen von Menschen in Armut lebend zu spenden, welche bereit sind nach demselben EAEM zu wirtschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Einfachheit dieses Modells sehe ich seinen grossen Vorteil.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.2 Modell 2 f\u00fcr ein effektiv altruistisches Wirtschaftsmodell<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das erste EAEM ist mir selbst aber noch etwas zu wenig stark reguliert und so schlage ich noch ein paar zus\u00e4tzliche Rahmenbedingungen vor, wie ein zweites EAEM aussehen k\u00f6nne. Grunds\u00e4tzlich sollten aber meines Erachtens die EA-Community oder andere interessierte Menschen ein sinnvolles, EAEM entwickeln, welches stehts auch offen f\u00fcr Anpassungen bleiben sollte und vielleicht auch je nach Land oder Situation verschiedene Formen annehmen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Folgende Grunds\u00e4tze erachte ich als sinnvoll:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die F\u00f6rderung des Wohls im Unternehmen, f\u00fcr alle Mitmenschen und andere empfindsame Wesen und damit verbunden das Vermeiden von m\u00f6glichst vielem Leid ist oberstes Ziel einer sinnvollen Gesch\u00e4ftsidee bzw. von Gesch\u00e4ftshandlungen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die ausbezahlten L\u00f6hne f\u00fcr alle Mitarbeitenden sollten ein menschenw\u00fcrdiges Leben erm\u00f6glichen (Mindestlohn), gleichzeitig aber nach oben gedeckelt sein (Maximallohn). Dies w\u00fcrde die Lohnschere verringern und Ausbeutung verhindern.<\/li>\n\n\n\n<li>Unternehmen die Gewinne erwirtschaften, verschenken einen betr\u00e4chtlichen Teil ihres Gewinnes an Firmengr\u00fcndungen, welche nach demselben Wirtschaftsmodell wirtschaften m\u00f6chten und eine sinnvolle Gesch\u00e4ftsidee vorweisen k\u00f6nnen, das ben\u00f6tigte Startkapital aber nicht aufbringen k\u00f6nnen (vorzugsweise an Menschen in Armut lebend).<\/li>\n\n\n\n<li>Die Finanzen (L\u00f6hne, Einnahmen, Ausgaben, Spesen), die Gesch\u00e4ftspartner und Lieferketten sind \u00f6ffentlich auszuweisen, um eine m\u00f6glichst hohe Transparenz zu gew\u00e4hrleisten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>M\u00f6gliche Spezifikationen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Einnahmen des Unternehmens werden zu Beginn wie folgt verwendet: Zur\u00fcckzahlen von externen Schulden (die Schenkung der EAEM-Firma geh\u00f6rt nicht dazu.). Danach zur\u00fcckzahlen von privat eingebrachtem Verm\u00f6gen von Unternehmensgr\u00fcndern. Sind alle Schulden abbezahlt, wird das Einkommen gleichm\u00e4ssig (nach Stellenprozenten) auf alle Mitarbeitenden aufgeteilt, bis jede*r Mitarbeiter*in den Landesmedianlohn (Mindestlohn) erh\u00e4lt (muss evtl. je nach Land angepasst werden).<\/li>\n\n\n\n<li>Die dar\u00fcber hinaus anfallenden Gewinne werden zuerst genutzt um in der Startphase des Unternehmens nicht bezahlte Arbeitsstunden zum Mindestlohntarif an Mitarbeiter*innen zu begleichen. Am Aufbau eines Unternehmens bet\u00e4tigte Mitarbeiter*innen, welche aus idealistischen Gr\u00fcnden ihre Arbeitskraft zur Verf\u00fcgung stellen, sollen damit ihre geleistete Arbeit zur\u00fcckverg\u00fctet erhalten, sobald das Unternehmen gewinnbringend wirtschaften kann.<\/li>\n\n\n\n<li>Sind alle Schulden abbezahlt und die geleisteten Arbeitsstunden seit der Firmengr\u00fcndung verg\u00fctet, und kann jeder*jedem Mitarbeiter*in der Landesmedianlohn ausbezahlt werden, wird der dar\u00fcber hinaus anfallende Gewinn durch zwei geteilt. 50% dieses Geldes wird nach Abzug von Unternehmenssteuern als Startkapital f\u00fcr Firmengr\u00fcndungen gespendet, welche nach demselben Modell wirtschaften m\u00f6chten. Die restlichen 50% des Gewinnes werden verwendet f\u00fcr Investitionen in die Firma, R\u00fcckstellungen und\/oder als Bonuszahlungen an die Mitarbeitenden. Dabei betr\u00e4gt der Maximallohn eines jeden Mitarbeitenden inkl. Firmenleitung das Vierfache des Landesmedianlohns des reichsten Landes (auch dieser Wert kann nat\u00fcrlich angepasst werden). Dies w\u00fcrde voraussichtlich langfristig zu einer Angleichung der weltweiten L\u00f6hne f\u00fchren.<\/li>\n\n\n\n<li>Unternehmen, welche Startkapital in dieser Form geschenkt erhalten, verpflichten sich nach demselben Modell zu wirtschaften. Wenn sie aus diesem Wirtschaftsmodell aussteigen m\u00f6chten, was erlaubt sein muss, sind sie verpflichtet mindestens das erhaltene Startkapital an ihre Geber*in zur\u00fcckzuzahlen, welche das Geld an andere Ideen vergeben wird. Geht ein Unternehmen bankrott, haben sie aber keine Schulden gegen\u00fcber der Spende des EAEM-Unternehmens.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Unternehmensbesitz bleibt in Unternehmensbesitz, sollte die Unternehmensleitung abtreten. Die neue Unternehmensleitung wird durch die abtretende Leitung bestimmt oder falls von dieser gew\u00fcnscht, oder bei vorzeitigem Ableben, demokratisch durch die Mitarbeitenden gew\u00e4hlt. Es soll sich dadurch kein privater Reichtum durch Vererbung anh\u00e4ufen. Dies w\u00fcrde zu einer Verringerung der Verm\u00f6gensungleichverteilung f\u00fchren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dies sind die zentralen Ideen, wie ich mir ein sinnvolles EAEM vorstellen k\u00f6nnte. Ob dies so umsetzbar ist, kann ich leider nicht absch\u00e4tzen und w\u00fcrde mich \u00fcber Inputs und Verbesserungsvorschl\u00e4ge Ihrerseits freuen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Lancierung eines Wettbewerbes zur F\u00f6rderung von Unternehmertum von Menschen in Armut lebend:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.1 Ablauf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lancieren sie einen Wettbewerb mit einem von ihnen bestimmten F\u00f6rderbetrag mit folgenden Vorgaben: Gesucht werden sinnvolle Gesch\u00e4ftsideen, welche versuchen das Wohl von Menschen und\/oder anderer empfindsamer Wesen zu f\u00f6rdern. Bewerben d\u00fcrfen sich prim\u00e4r Menschen, welche in Armut leben. Diese m\u00fcssen ihre Idee per Videobotschaft auf einem weltweit \u00f6ffentlichen Video-Portal pr\u00e4sentieren. Darin muss folgender Inhalt vorhanden sein: 1.Name und Land, 2.Gesch\u00e4ftsidee 3.Begr\u00fcndung, weshalb diese Idee ihrer Ansicht nach das Wohl von Menschen oder anderer empfindsamer Wesen steigert, 4.ben\u00f6tigtes Startkapital und Begr\u00fcndung \u00fcber deren Verwendung und Zeithorizont, 5.Begr\u00fcndung wieso sie das Startkapital nicht selbst aufbringen k\u00f6nnen (Schilderung ihrer finanziellen Situation), 6. Kontaktdaten<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.2 Wieso prim\u00e4r Ideen von Menschen in Armut unterst\u00fctzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Menschen in Armut fehlt es prim\u00e4r an Geld, mit welchem sie ihre Grundbed\u00fcrfnisse befriedigen k\u00f6nnen. Menschen in Armut fehlt es aber nicht mehr oder weniger an Ideen wie Menschen mit ausreichend Geld. Das fehlende Geld verhindert potenziellen Unternehmer*innen ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Nur das fehlende Geld ist f\u00fcr ihre Ohnmacht verantwortlich, nicht ihre pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten. Hier sollten wir (Menschen mit ausreichend finanziellen Mitteln) ansetzten und in den Kreisen von Menschen in Armut lebend die realistische Idee und Hoffnung verbreiten, dass die Chance besteht, dass wir sie finanziell unterst\u00fctzen werden, wenn sie eine sinnvolle Gesch\u00e4ftsidee zum Wohle empfindsamer Wesen vorweisen k\u00f6nnen. Menschen in Armut erhalten dadurch die M\u00f6glichkeit nicht mehr als passive Bed\u00fcrftige wahrgenommen zu werden oder sich entsprechend zu f\u00fchlen, sondern als Ideenerzeuger und Vision\u00e4re und Teil einer Bewegung zu werden, welche zum Wohl empfindsamer Wesen wirtschaften m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte es ein*e gef\u00f6rderte*r Unternehmer*in schaffen wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen, wird sie*er nach meiner Vermutung auch eher dazu bereit sein einen Teil ihres*seines wirtschaftlichen Erfolges an Menschen in Armut lebend weiterzugeben, da sie*er aus pers\u00f6nlicher Erfahrung weiss, wie der andere Mensch sich f\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.3 Wieso \u00f6ffentlich Bewerben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Hoffnung besteht darin, dass nicht nur die Initianten dieses Wettbewerbs sich nach sinnvollen Gesch\u00e4ftsideen umschaut, sondern auch viele andere Menschen oder Institutionen, welche sich in der gl\u00fccklichen Lage sehen finanzielle Unterst\u00fctzung leisten zu k\u00f6nnen und Teil dieser Bewegung werden m\u00f6chten. Wenn wir es schaffen diese Idee weltweit zu streuen und Menschen in Armut lebend sich aus ihrer Anonymit\u00e4t befreien und sich zeigen mit sinnvollen Gesch\u00e4ftsideen, dann bin ich guten Mutes, dass immer mehr Menschen mit gen\u00fcgend finanziellen Mitteln sich als Teil einer globalen Familie sehen, welche es nicht l\u00e4nger akzeptiert, dass Teile ihrer Familie verhungern, keinen Zugang zu medizinischer Versorgung oder Bildung haben und vieles mehr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.4 Wieso pers\u00f6nlich vortragen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmer*innen sind F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten, die es schaffen Mehrwert zu generieren. Einerseits durch das Produkt oder die Dienstleistung, welche hoffentlich dem Wohl empfindsamer Wesen dient und andererseits vor allem auch durch die Arbeitspl\u00e4tze, die sie schaffen, welche anderen Menschen eine Lebensgrundlage bieten, sofern die Anstellungsbedingungen menschenw\u00fcrdig gesetzt sind. Ein*e Unternehmer*in \u00fcbernimmt Verantwortung und ist das Gesicht eines Unternehmens. Wenn nun ein*e potenzielle*r, in Armut lebende*r Unternehmer*in vor die Kamera tritt, \u00fcbernimmt auch sie*er die Verantwortung f\u00fcr ihre*seine Idee, tritt aus der Anonymit\u00e4t hinaus und gibt der Armut ein Gesicht mit dem wir uns einfacher verbinden k\u00f6nnen. Ebenfalls geben wir Menschen in Armut lebend dadurch auch die Chance einen Beitrag zum Wohle von uns allen zu leisten, denn eine Idee ist gratis und jeder kann sie haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.5 Wieso mit einem effektiv altruistischen Wirtschaftsmodell<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie eine Blume, die ihre Samen in ihrer Umgebung verstreut in der Hoffnung, dass diese wachsen werden, um die Verbreitung ihrer Art fortzuf\u00fchren, sollten wir meiner Meinung nach auch ein sinnvolles EAEM aufbauen. Ziel dieses Modells sollte es sein, dass jeder Mensch der dies m\u00f6chte, eines Tages darin einen Arbeitsplatz findet. Ich erhoffe mir, dass wir es schaffen gewinnbringende Unternehmen aufzubauen, oder bereits existierende davon zu \u00fcberzeugen, nach einem EAEM zu wirtschaften, welches beinhaltet, dass ein Teil seiner Gewinne wie Samen verteilt werden an sinnvolle Gesch\u00e4ftsideen, welche eines Tages hoffentlich auch auf eigenen Beinen stehen werden und an der Verbreitung dieses EAEM mithelfen k\u00f6nnen. Durch dieses System k\u00f6nnten wir nach meiner Vermutung von unten, langsam, aber stetig, immer mehr Menschen auf der gesamten Erde erreichen und dadurch hoffentlich Armut und zu starke \u00f6konomische Ungleichverteilung verringern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Bildliche Darstellung der Idee und des Ziels<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"740\" src=\"https:\/\/luttai.com\/wp-content\/uploads\/Idea-and-Vision-jpeg-1024x740.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-574\" srcset=\"https:\/\/luttai.com\/wp-content\/uploads\/Idea-and-Vision-jpeg-1024x740.jpg 1024w, https:\/\/luttai.com\/wp-content\/uploads\/Idea-and-Vision-jpeg-300x217.jpg 300w, https:\/\/luttai.com\/wp-content\/uploads\/Idea-and-Vision-jpeg-768x555.jpg 768w, https:\/\/luttai.com\/wp-content\/uploads\/Idea-and-Vision-jpeg-1536x1110.jpg 1536w, https:\/\/luttai.com\/wp-content\/uploads\/Idea-and-Vision-jpeg-18x12.jpg 18w, https:\/\/luttai.com\/wp-content\/uploads\/Idea-and-Vision-jpeg.jpg 1790w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>6. Videographische Darstellung der Idee<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine hier vorgetragene Idee habe ich versucht im Jahr 2021 selbst\u00e4ndig zu realisieren und habe einen Wettbewerb mit einer F\u00f6rdersumme von 21\u2019000 USD ausgeschrieben. Gerne k\u00f6nnen sie das hier verlinke Video (<a href=\"https:\/\/youtu.be\/ar-QAXX-FAg?si=aorDIlRkCJItyVEO\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/youtu.be\/ar-QAXX-FAg?si=aorDIlRkCJItyVEO\">8<\/a>) dazu anschauen, um die soeben vorgetragene Idee in einer mehr bildliche Sprache zu sehen. Mein Aufruf verlief allerdings ohne Erfolg und ich konnte keine einzige eingereichte Gesch\u00e4ftsidee finden und habe das Geld deshalb wie versprochen GiveDirectly.org gespendet. Ich erhoffe mir aber, wenn eine besser vernetzte und nach Aussen glaubw\u00fcrdiger wirkende Organisation wie sie, einen solchen Wettbewerb durchf\u00fchren, es hoffentlich die von mir erhoffte Bewegung in Gang setzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7. Ben\u00f6tigte Ressourcen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00fcrde mich sehr freuen, wenn sie einen von ihnen definierten Betrag als Wettbewerb ausschreiben w\u00fcrden, sofern sie diesen sinnvoll finden und ihre Kosten-Nutzenrechnung dies legitimiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Kosten die anfallen w\u00fcrden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Zeit\/Lohnkosten zur Ausarbeitung eines sinnvollen EAEM.<\/li>\n\n\n\n<li>Zeit\/Lohnkosten zur Sichtung der eingegangenen Antr\u00e4ge.<\/li>\n\n\n\n<li>Zeit\/Lohnkosten zur Kontaktaufnahme\/Pr\u00fcfung und \u00dcbergabe\/Transfer des Geldes an die Gewinner.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>8. Wirksamkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich erachte mich aktuell nicht in der Lage eine sinnvolle Kosten-Nutzen-Rechnung zu machen und hoffe, dass Sie dies tun werden, wenn sie denn die hier vorgetragene Idee \u00fcberhaupt sinnvoll finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich ihnen anbieten kann sind folgende Gedanken:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hilfsorganisation GiveDirectly.org schneidet in Untersuchungen (<a href=\"https:\/\/www.givedirectly.org\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/General-Equilibrium-Effects-of-Cash-Transfers.pdf\">9<\/a>) ziemlich gut ab, was ihre Kosten-Nutzen Bilanz betrifft, wird sie doch nach wie vor von GiveWell.org unter den Top-Charities gef\u00fchrt (<a href=\"https:\/\/www.givewell.org\/charities\/top-charities\">10<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Indem wir Menschen in Armut einen bestimmten Geldbetrag geben, welchen sie frei einsetzen k\u00f6nnen, sorgen diese daf\u00fcr, dass das Geld auch sinnvolle Verwendung findet. Der hier vorgetragene Ansatz unterscheidet sich meines Wissens darin, dass Menschen in Armut nicht \u2018zuf\u00e4llig\u2019 ausgesucht werden, sondern diese mit ihren Gesch\u00e4ftsideen bereits aufzeigen, wof\u00fcr sie das Geld verwenden werden und ebenfalls ein Versprechen abliefern, dass sie eines Tages, sollten sie finanziellen Erfolg haben, einen Teil davon bereit sind weiterzugeben. Dadurch erhoffe ich mir, dass dieser Ansatz langfristig sogar eine besser Kosten-Nutzen-Bilanz haben wird, als dies GiveDirectly aktuell erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgeht vermute ich, dass wir eher Gesch\u00e4ftsideen mit wenig ben\u00f6tigtem Startkapital unterst\u00fctzen sollten als Ideen, welche viel Startkapital ben\u00f6tigen. Durch die breite Streuung ist die Wahrscheinlichkeit gr\u00f6sser, dass einige der Ideen auch Samen tragen werden und somit das Modell im Laufe der Zeit weiterverbreitet wird, bzw. mehr Geld verteilt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Effekt k\u00f6nnte sein, dass Menschen in Armut lebend durch diesen Wettbewerb dazu angeregt werden, sinnvolle Gesch\u00e4ftsideen zu entwickeln, welche sie ohne den Wettbewerb nicht gesucht h\u00e4tten. Selbst wenn sie (was ich nicht hoffe) keine externe finanzielle Unterst\u00fctzung erhalten, werden sie es vielleicht eines Tages selbst schaffen, das ben\u00f6tigte Startkapital zu sparen und damit allenfalls ein tragf\u00e4higes Unternehmen aufbauen, welches ihnen und ihren Angestellten eine Lebensgrundlage bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der oben genannte Punkt 4.3 k\u00f6nnte nach meiner Vermutung einen positiven Effekt haben, sofern er nicht die Spendenbereitschaft von Menschen f\u00fcr andere sinnvolle Projekte reduziert, welche eine bessere Kosten-Nutzen-Bilanz aufweisen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>9. Tractability \/ Durchf\u00fchrbarkeit und offene Fragen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke dieser Vorschlag ist umsetzbar. Ein Wettbewerb in dieser Form ist relativ einfach auszuschreiben und mit ihrem Netzwerk hoffentlich auch leichter verbreitbar. Als Vorarbeit muss sich eine Expertengruppe aus Menschen mit ethischem und wirtschaftlichem Wissen darauf einigen, mit welchem EAEM der Wettbewerb ausgeschrieben werden soll (Modell 1, Modell 2 oder Alternativmodell). Ich bin \u00fcberzeugt, dass Sie in den Kreisen von OpenPhilantrophie exakt die Personen h\u00e4tten, welche dazu in der Lage sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschliessend heisst es abwarten und sehen ob Antr\u00e4ge eingehen. Damit die Eintr\u00e4ge gefunden werden, kann zum Beispiel ein Hashtag gew\u00e4hlt werden, welcher im Titel des Antragvideos aufgef\u00fchrt sein muss. Beispiele w\u00e4ren: #OpenPhilanthropyBusinessIdeeTrophy, #OpenPhilantrophyTeamHuman oder andere.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Schwierigkeit vermute ich darin, dass wir zul\u00e4ssige Antr\u00e4ge, von Menschen in Armut lebend, von solchen unterscheiden k\u00f6nnen, welche eigentlich das Startkapital selbst aufbringen k\u00f6nnten. L\u00e4ngerfristig erhoffe ich mir, dass wir in jedem Land einige Unternehmen haben, welche nach diesem Modell wirtschaften und eine gewisse Kontrolle \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Oder vielleicht gibt es l\u00e4ngerfristig auch in jedem Land eine zust\u00e4ndige Gruppe\/Organisation, welche vor Ort Augenschein nehmen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls besteht die Gefahr, dass zwar sinnvolle Gesch\u00e4ftsideen vorgetragen werden, welche zum Beispiel auch von einer anderen Person \u201aabgeschaut\u2018 wurde, aber gar nicht die Absicht besteht, diese Idee dann auch in die Tat umzusetzen, bzw. einfach an das Geld zu kommen. Um diese Gefahr zu reduzieren k\u00f6nnte man das gesprochene Geld in Tranchen \u00fcberweisen, wenn man sieht, dass die Person tats\u00e4chlich versucht ihre Idee umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Suchen nach sinnvollen Gesch\u00e4ftsideen k\u00f6nnte sich als schwierig bzw. zeitaufwendig herausstellen. Ich habe 2021 meine Idee in mehreren Facebook-Gruppen zur Unterst\u00fctzung von Menschen in Armut geteilt und darin leider sehr viele und sehr plumpe Eintr\u00e4ge gesehen und keine einzige sinnvolle, mir seri\u00f6s erscheinende Anfrage gelangte an mich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Geld\u00fcbergaben an Personen in Armut lebend k\u00f6nnte sich als schwierig erweisen, ohne allzu viel Geld f\u00fcr die Kontaktaufnahme und \u00dcberweisung zu verschwenden. Gibt es weltweit m\u00f6gliche, kosteng\u00fcnstige Zahlungssysteme zu welchen auch Menschen in Armut lebend Zugang haben? Gibt es vielleicht Organisationen, welche die Geldverteilung koordinieren k\u00f6nnten?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10. Vernachl\u00e4ssigung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem der Armut und der Ungleichverteilung des Reichtums ist bestens bekannt und wird von vielen Organisationen auf unterschiedliche Weise angegangen. Der hier vorgetragene Vorschlag aus der Kombination einer F\u00f6rderung von Unternehmertum durch Spenden (und nicht Mikrokrediten) f\u00fcr Menschen in Armut lebend, verbunden mit einem EAEM ist mir aber bis jetzt nicht bekannt und ich hoffe deshalb, dass er neuartig ist und nach Pr\u00fcfung von ihnen sich vielleicht sogar als eine sinnvolle M\u00f6glichkeit herausstellt, um die Armut und die Lohn- und Verm\u00f6gensschere zu verringern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>11. Danksagung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank an Open Philanthropy, dass sie diesen Wettbewerb anbieten und Menschen wie mir die M\u00f6glichkeit bieten, ihre Ideen zu teilen. Ich hoffe, dass viele sinnvolle Ideen eingehen und m\u00f6glichst viele davon eines Tages in die Realit\u00e4t umgesetzt werden. Es gibt leider noch so viel Leid auf unserer Erde, aber ich bin zuversichtlich, dass wir Menschen Wege finden werden, dieses in absehbarer Zukunft zu reduzieren. Vielen Dank, dass Sie einen sehr wertvollen Beitrag dazu leisten. Ich w\u00fcnsche ihnen gutes Gelingen bei all ihren Projekten.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzlich<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas (T\ud83d\ude09m) Schwendener<\/p>\n\n\n\n<p>Qelle:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.un.org\/sustainabledevelopment\/poverty\/\">https:\/\/www.un.org\/sustainabledevelopment\/poverty\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11366-021-09772-1\">https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11366-021-09772-1<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.economics.utoronto.ca\/gindart\/2019-05-30%20-%20After%20neoliberalism.pdf\">https:\/\/www.economics.utoronto.ca\/gindart\/2019-05-30%20-%20After%20neoliberalism.pdf<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/---dgreports\/---dcomm\/---publ\/documents\/publication\/wcms_762534.pdf\">https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/&#8212;dgreports\/&#8212;dcomm\/&#8212;publ\/documents\/publication\/wcms_762534.pdf<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/reader.elsevier.com\/reader\/sd\/pii\/S0160412021002208?token=453772D9C8420C78AE01E6368EF080F5C9369A9417358E9EB3FF755DE1DDBA164B12DB2B2310921F2745342BBCCCD52E&amp;originRegion=eu-west-1&amp;originCreation=20220723071320\">https:\/\/reader.elsevier.com\/reader\/sd\/pii\/S0160412021002208?token=453772D9C8420C78AE01E6368EF080F5C9369A9417358E9EB3FF755DE1DDBA164B12DB2B2310921F2745342BBCCCD52E&amp;originRegion=eu-west-1&amp;originCreation=20220723071320<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/wir2018.wid.world\/files\/download\/wir2018-summary-german.pdf\">https:\/\/wir2018.wid.world\/files\/download\/wir2018-summary-german.pdf<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.givingwhatwecan.org\/blog\/companies-pledge-10-percent-of-profits-to-effective-charities\">https:\/\/www.givingwhatwecan.org\/blog\/companies-pledge-10-percent-of-profits-to-effective-charities<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/youtu.be\/ar-QAXX-FAg?si=aorDIlRkCJItyVEO\">https:\/\/youtu.be\/ar-QAXX-FAg?si=aorDIlRkCJItyVEO<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.givedirectly.org\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/General-Equilibrium-Effects-of-Cash-Transfers.pdf\">https:\/\/www.givedirectly.org\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/General-Equilibrium-Effects-of-Cash-Transfers.pdf<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.givewell.org\/charities\/top-charities\">https:\/\/www.givewell.org\/charities\/top-charities<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Beitrag habe ich 2022 f\u00fcr einen Wettbewerb der Non-Profit-Organisation &#171;Open Philantrophy&#187; (Link zum Beitrag) geschrieben. Gewonnen habe ich damit allerdings nichts. Da ich die Idee aber nach wie vor sinnvoll finde, teile ich sie nun auch noch hier in meinem Blog. Die Hoffnung stirbt zuletzt \ud83d\ude09 Open Prompt Aufbau eines Netzwerkes von Unternehmen, welche &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/luttai.com\/de\/22-entwicklung-eines-humanistischen-wirtschaftsmodells\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">&#171;#22 Entwicklung eines humanistischen Wirtschaftsmodells&#187;<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-573","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaftsmodell"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/luttai.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/luttai.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/luttai.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/luttai.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/luttai.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=573"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/luttai.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/573\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":577,"href":"https:\/\/luttai.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/573\/revisions\/577"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/luttai.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/luttai.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/luttai.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}